Tierschutz muss diskutiert werden

Das Thema „Tierversuche“ ist vor allem in Tübingen eines der Wichtigsten. Wenn es um Hirnforschung geht ist Tübingen mit dem Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik einer der wichtigsten Standorte in Deutschland.
Für diesen Zweck werden jedoch Tierversuchen getätigt, welche nun – zumindest zum Teil – nicht mehr durchgeführt werden. Der Reutlinger General-Anzeiger berichtete am 19. April 2017, dass in Tübingen die letzten Versuche an zwei Affen durchgeführt wurden und keine Weiteren folgen werden.

Wir PIRATEN haben eine klare Stellung zum Thema „Tierversuche“:
1. Wenn möglich, sollen alternative, tierversuchsfreie Verfahren vorgezogen und finanziell unterstützt werden.
2. Genehmigungen für Tierversuche sollen nach Schweregrad vergeben werden, sodass Versuche, welche langes Leid des Tieres zur Folge haben, viel strenger vergeben werden als vergleichsweise „harmlose“ Versuche.
3. Genehmigte Tierversuche sollen streng kontrolliert werden.

Laut dem Bericht des General-Anzeigers wird nach Veröffentlichung eines Videos aus den Laboren, wegen Verstößen gegen den Tierschutz, gegen das Max-Planck-Institut ermittelt. Diese Ermittlungen sollen jedoch nicht der Grund für das Ende der Affen-Versuche sein, sondern eher Anfeindungen und Drohungen gegenüber dem Personal des Instituts.

Solange noch nicht klar ist, ob Versöße gegen den Tierschutz der Fall waren oder nicht, sehen wir PIRATEN beide Seiten kritisch. Einerseits müssen Tierversuche stets ethisch hinterfragt werden, andererseits ist es in keinster Weise gerechtfertigt, Menschen zu bedrohen.
„Ich denke, wenn man sich mit dem Thema ‚Tierversuche‘ beschäftigt, fällt es einem schwer zu glauben, dass diese wirklich von Nöten sind. Müssen andere Lebewesen wirklich für unser Wohl leiden? Wer gibt uns das Recht, uns über andere Lebewesen zu stellen? So und so ähnliche Fragen treten zumindest bei mir auf. Doch Fakt ist, dass viele Therapien mithilfe der Versuche verbessert und Krankheiten therapiert oder gar geheilt werden konnten. Es braucht hier also eine Lösung, welche von beiden Seiten gestaltet wird. Die Forschung muss transparenter werden, sodass eine Diskussion zwischen Tierschutz und Forschung möglich wird.“ sagt Michal Stoinski, Direktkandidat der PIRATEN in Tübingen.

Weiterhin sehen wir PIRATEN das weitere Schicksal der Affen sehr kritisch, da diese an andere Einrichtungen in Europa gebracht wurden. Man kann davon ausgehen, dass die Richtlinien zum Tierschutz in anderen Ländern weniger streng als in Deutschland sind, sodass die Entscheidung des Institutes den Tieren letztendlich mehr Schaden zufügen kann könnte. Eine endgültige Bewertung dieser Entscheidung ist jedoch auch erst nach Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Tübingen möglich.


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